18. Die Ketten sprengen
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Du bist jetzt in der Lage, traditionelle und von Vorfahren übernommene Konditionierungen sowie Selbst- und Rollenbilder zu erkennen und aufzuarbeiten. Diese mögen in der Zeit, in der sie entstanden sind, zum Überleben notwendig gewesen sein, oder aus einer unbewussten Sichtweise heraus als wichtig und richtig erachtet worden sein.
Für dich sind diese Konzepte und Rollenbilder allerdings, wenn auch möglicherweise nur subtil, zu einem Korsett geworden, das dir mittlerweile zu eng ist. Auch wenn deine Vorfahren noch daran festhalten oder festgehalten haben, kannst du ganz gewiss sein: Ihr wahres Selbst wartet mit Freude darauf, dass du diese „Bürde“ von deinen Schultern fallen lässt.
Wenn du nicht gleich siehst, was gemeint ist, gehe nicht mit deinem Verstand analytisch auf die Suche. Geh in die Stille und schau, welche Konditionierungen, Selbst- und Rollenbilder sich zeigen oder dir in den Sinn kommen. Vielleicht bemerkst du sie erst in den nächsten Tagen und Wochen. Dieses Bemerken ist zugleich schon das Aufarbeiten. Nutze die Kraft deiner Integrität, um dich aus dieser Enge zu lösen.
Dass du am Weg deines inneren Selbst bist, merkst du an einem Gefühl innerer Leichtigkeit und Lebendigkeit. Auch wenn sich im Außen Enge zeigt, auch wenn du negative Emotionen hast, dieses Grundgefühl wird dich immer mehr und mehr begleiten – besonders dann, wenn du die Tiefe, Weite und Größe deines wahren Selbst anerkennst. Du erkennst, dass du den Urquell der Schöpfung und damit den Quell deiner wahren Lebensfreude nirgends suchen und finden kannst. Du selbst bist der Quell. Das ist von äußeren Dingen völlig unabhängig.
Dein Verstand kann mit diesen Worten wenig anfangen. Du kannst ihre Wahrheit aber fühlen, wenn du im Flow bist. Wenn dir alles zufließt und dir alles ganz leicht gelingt, weil du nicht mehr tust, sondern irgendwie „getan wirst“, wie ein Maler, dessen Hand geführt wird. Du brauchst auf diesen Flow, dieses weite, reine Bewusstsein, nicht mehr zu warten, bis es sich zufällig einstellt. Du hast es schon gefunden. Du weißt, wie es sich anfühlt. „Trainiere“ es nun, indem du bemerkst, wenn du dich mit den Rollenbildern deines kleinen Ego-Ichs mit Sorgen und Problemen identifizierst. Nimm dich dann kurz zurück, lass die Gedanken vorbeiziehen und anerkenne dein wahres Selbst.
Natürlich werden sich diese überholten Geisteshaltungen, Meinungen und alten Rollen wieder aufdrängen. Doch du erkennst das immer schneller, denn es wird dir vertraut sein wie ein bereits gelesenes Buch. So kannst du dich im Moment darauf besinnen, dass du ja schon längst ein neues Buch begonnen hast.
Die Wandlungslinien
Deine aktuelle Situation will dir helfen, dich von den Regeln alter Traditionen und Autoritäten zu lösen. Ausschließlich dein Herz weist dir den Weg.
„Das haben wir immer so gemacht“, „Es kommt nichts Besseres nach“ – Beispiele für tief eingeprägte, von Generationen überlieferte Sätze, die dir vielleicht vertraut sind. Betrachte die Angst vor Veränderung, die dahinter steckt. Sei geduldig mit dir, dann wird die Stimme deines Herzens immer deutlicher und du kannst dich beruhigt dem Wandel hingeben.
Du bereust vielleicht, dass du auf das Ego eines anderen reagiert hast, dich auf dieses (Macht-)Spiel eingelassen oder in Gedanken oder durch Worte jemanden verurteilt hast. Deine Reue kann dich daran erinnern, dass jedes Urteil, das du über andere fällst, ein Urteil über dich selbst ist. Sie kann dich an die Kraft deiner dir innewohnenden, bedingungslosen Liebe zu dir selbst und der ganzen Schöpfung erinnern.
Du bist zwar schon dabei, Wertung und Urteil loszulassen, doch achte auch darauf, diese nicht mehr zu erdulden. Wenn dir jemand auf die Zehen steigt, sagst du höflich und bestimmt: „Ich schätze dich, aber bitte geh runter von meinem Fuß.“ In der Liebe zu dir und deinem neuen Lebensweg kannst du wertschätzend und in Klarheit Grenzen setzen.
Wende dich in Konfliktsituationen nicht an das kleine Ego-Ich der anderen Person, sondern an das wahre Wesen hinter den persönlichen Befindlichkeiten, Ängsten, Sorgen und Nöten deines Gegenübers. Die Situation wird sich in dem Moment wandeln, in dem diese Differenzierung gelingt. Differenzieren heißt unterscheiden. So unterscheidest du zwar, aber du verurteilst nicht mehr.
Du schwingst in einer Frequenz, die ähnliche Frequenzen anzieht. So wandelt sich mit deiner Schwingung auch der Kreis der Personen, die mit dir schwingen. Wenn du dich von jemandem in deinem Kreis verabschiedest, verlässt du diesen Menschen nicht, sondern befreist ihn. Ist dein Kreis momentan klein, kannst du in Freiheit deinen Weg gehen.