9. Die Macht des Herzens

Du hast dich von einem kollektiven System, in dem du dich befindest, zum Beispiel Religion, Job, Familie, Freunde, politische Partei, Verein, konditionieren lassen, bist gut angepasst und handelst entsprechend. Du bist also ganz brav und legst ein gutes Benehmen an den Tag, im Sinne von Konformismus. Brav zu sein und sich gut zu benehmen würde in diesem Sinne auch auf einen Raufbold in einer Schlägertruppe zutreffen. Du stellst die herrschenden gesellschaftlichen, moralischen oder religiösen Regeln des Systems über dich. Dies steht im Widerspruch zu deinem inneren Selbst, und dadurch kommt es zu inneren Konflikten. Um diese Konflikte nicht austragen zu müssen, trübst du den Blick auf deine innere Wirklichkeit und ihr spontanes, lebendiges Wesen. Deine Sinne sind dadurch verzerrt und lassen dich weder die eigene Wahrheit und Größe noch die anderer Geschöpfe erkennen.

Deine Treue zu bestehenden Institutionen und Systemen, im Gegensatz zur Treue zu deinem wahren Selbst, trennt dich von deinem inneren Fühlen und lässt dich innerlich verdursten. Sie negiert deinen Zugang zum göttlichen Urquell und blockiert ihn somit. Das innere wahre Selbst wird, weil systemfeindlich, verleumdet und unterdrückt. Es wird vom System und vom eigenen getrübten Blick als verrückt, subversiv oder abartig angesehen.

Deine aktuelle Situation hilft dir, langsam, aber sicher aus dem Gefängnis eines kollektiven Systems auszusteigen und dich Schritt für Schritt auf dein Herz zu besinnen und dich darauf einzulassen. Damit das gelingt, ist es wichtig, jegliche Form von Schuldgefühlen gegenüber dem System loszulassen und nicht mehr auf die Meinungen der im System befindlichen Menschen zu achten.

Es wäre nicht sinnvoll, jetzt gegen das System anzukämpfen und in Konfrontation zu gehen. Es würde dich, ob der Übermacht des Systems, erneut in Verwirrung bringen. Sei vielmehr dankbar für die Erfahrungen, die du in der Zeit in diesem System machen durftest, und löse dich mit Respekt und Wertschätzung.

Dein Wandel alleine wird als Beispiel für andere Systemzugehörige segensreich sein, auch wenn sie das dir gegenüber niemals zum Ausdruck bringen können.

Die Wandlungslinien

  1. Du hast das Geschenk der Liebe empfangen, kannst jedoch nicht so recht etwas damit anfangen, weil du deinen Gefühlen noch nicht vertrauen kannst. Du befindest dich noch in den vermeintlich Sicherheit bietenden, festen, moralischen Vorschriften eines Systems. Jetzt ist eine gute Gelegenheit, JA zu den eigenen inneren Gefühlen und zu der Freiheit zu sagen, die der innere Weg bedeutet.

  2. Du wirst vom Leben beschenkt, weil du dich dem inneren Lebensweg des Herzens zugewandt hast. Glück passiert nicht rein zufällig. Es fällt dir zu, wenn du dich an deiner inneren Wahrheit orientierst. Auch wenn diese weit abseits von allen religiösen, moralischen oder gesellschaftlichen Regeln und Geisteshaltungen liegt.

  3. Du bist durch deine Konditionierung von deinem inneren Fühlen abgeschnitten und nur im Denken verhaftet. Du orientierst dich an den Vorgaben und Regeln eines Systems und der Geisteshaltungen deines niederen Verstandes. Dadurch siehst du dein Thema als ungerecht oder unverdient an, weil du dich doch vorbildlich verhalten hast. Dabei hast du dich aber selber unterdrückt und dein wahres Selbst der Systemtreue geopfert. Schuldgefühle, die von deinem Irrglauben herrühren, das System nicht verlassen zu dürfen, halten dich im System gefangen. Diese Linie zeigt auf, dass dich das aktuelle Thema wieder mit deinem inneren Selbst und Fühlen in Kontakt bringen will. Sie verweist auf die unendliche Fülle und Freiheit, die dir dadurch zuteil wird.

  4. Du machst dir Selbstvorwürfe und hast Schuldgefühle, weil du gegen den inneren Lebensweg oder gegen die Schöpfung als solches verstoßen hast. Deine Schuldgefühle und deine Scham haben ihren Dienst geleistet. Du hast ihnen ins Auge gesehen, statt gegen sie anzukämpfen. Sie dürfen sich jetzt vollständig lösen. Jetzt kannst du dich wieder gelöst und frei vom Lebensfluss tragen lassen.

  5. Überheblichkeit und Überlegenheitsgefühle sind Zeichen deiner eigenen Unsicherheit. Du bist nun bereit, hinzuschauen und den Wandel zuzulassen. Ein Wohlgefühl wird sich einstellen. Aus deiner Fülle heraus kannst du geben, da auch dir gegeben wurde. Du bist einzigartig, aber nicht besser als andere. Das ist dir jetzt bewusst.

  6. Als mächtiges Wesen kannst du dein Leben selbst gestalten. Macht darf aber nicht im Sinne von Macht über andere Menschen missverstanden werden. Demut ist der Schlüssel im Umgang mit Macht. Wahre Macht kommt vom Inneren und bedarf keiner Demonstration.