24. Das Licht kehrt zurück

Unsere Lebensumstände sind als Teil der Welt der Formen natürlichen Zyklen unterworfen. Keine Form bleibt für immer bestehen, alles wandelt sich im Fluss des Lebens. In Zeiten des Zerfalls bestehender Strukturen ist es unsere, oft große, Herausforderung, die Situation zu akzeptieren, wie sie ist. Sie sein zu lassen, ohne sie zu werten.

In deiner momentanen Lage sei dir gesagt: Bald kommt wieder Licht, Neues entsteht ganz leicht. Keine Eile, kein Druck, kein Planen sind notwendig. Es wäre sinnlos, einem Apfelbaum gut zuzureden, endlich zu blühen, denn seine Blüten kommen ganz von selbst zum richtigen Zeitpunkt zum Vorschein.

Deine Situation kannst du mit der Zeit der Wintersonnenwende vergleichen: Der Winter ist noch nicht vorbei, doch die Tage werden wieder lichter. Das Saatgut braucht in der Erde noch ein wenig Ruhe, bevor es im Frühling ganz von selbst auszutreiben beginnt. Wenn du deine Samen immer wieder ausgräbst, um zu überprüfen, ob sie keimen, verzögert das nur den – noch nicht sichtbaren – Wachstumsprozess. Du kannst die Zeit des Stillstandes aber nutzen, um dich wieder in deinem Urvertrauen zu verankern, den Anschluss an die höchste Quelle zu beleben.

Das wird dir in stillen Momenten leicht gelingen. Erlebe die Stille bewusst, akzeptiere den vermeintlichen Stillstand. Die wiederkehrende Kraft nach zehrender Krankheit, die wiederkehrende Harmonie nach einem Streit, die wiederkehrende Wärme der Sonne nach einem langen Winter – sie alle brauchen keinen Druck, keine Beschleunigung, keinen Plan. Ohne Forderungen, ohne Klagen geschieht alles ganz selbstverständlich zu seiner Zeit.

Sei beruhigt: Die Wende ist schon eingetreten und der Wandel geschieht, das Licht nährt die Situation. Du kannst dich im Schaukelstuhl zurücklehnen und den Wandel beobachten und genießen.

Die Wandlungslinien

  1. Ein Zeichen dafür, dass wir uns vom inneren Weg ablenken lassen, ist Zweifel. Unser Verstand schickt ihn als Bewahrer des Alten zu uns. Jetzt gilt es einfach, den Zweifel zu erkennen, ihn als solchen zu benennen und zu beobachten. „So einfach?“, fragt er jetzt, dein Verstand. Ja, so einfach!

  2. Dein Stolz wurde durch das Handeln anderer gekränkt. Zu sehen, dass nur dein Ego gekränkt werden kann, doch niemals dein eigentliches Selbst, verschafft dir Erleichterung. Wenn du Stolz und Kränkung wahrnehmen, sie sein lassen und im Körper spüren kannst, ermöglicht dir das ganz leicht wieder den Zugang zu deiner Zufriedenheit.

  3. Immer wiederkehrender Zweifel kann jetzt als altes Gedankenmuster identifiziert werden. Du erkennst deine Widerstände. Spürst du sie auch in deinem Körper? Mach das bewusst als unterstützende Übung. Denn jede Lenkung der Aufmerksamkeit in dein Inneres lässt dich den Anschluss an dein Urvertrauen leichter finden und die Widerstände können sich transformieren. Schon bald lässt du dich wieder vom Fluss des Lebens tragen und selbst widerspenstige Muster und konditionierte Reaktionen wandeln sich im Licht.

  4. Der Fisch beginnt gegen den Strom zu schwimmen. Das erscheint zwar vorerst mühsam, doch er ist sich sicher, am richtigen Weg zu sein. Auch wenn du dich in deiner momentanen Lage von Menschen, Gedanken oder Umständen abwendest, kostet dich das erst einmal Kraft. Doch bald kannst du die Leichtigkeit spüren, die sich einstellt, wenn du in deinem Lebensfluss in die richtige Richtung schwimmst.

  5. Vergangenes braucht dich nicht mehr zu interessieren. Du musst nicht mehr in richtige und falsche Entscheidungen unterteilen. Denn alle Wendezeiten haben dich nur in diesen Moment gebracht – kannst du seine Perfektion wahrnehmen? Es bedarf weder der Rückschau noch der Reue.

  6. Die Wende im Moment ist möglich, der Wandel geschieht! Es reicht, ihn zuzulassen. Der Zeitpunkt der Entscheidung für die Rückkehr zu deinem inneren Weg ist jetzt!