23. Der Kreislauf von Werden und Vergehen
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Mach dir in deiner gegenwärtigen Situation klar, dass es nur eine Form ist, die zersplittert, nicht der Inhalt.
Nichts hat Bestand in der Welt der Formen. Weder Materie, noch Emotion, noch Identifikation. Davon bleibt dein eigentliches, ewiges, altersloses Selbst unberührt. Da es immer da war und immer da sein wird, da es angeschlossen ist an das Urvertrauen, wovor sollte es sich fürchten? Nur dein Ego will den Augenblick bewahren und leidet qualvoll, sobald es erkennt, dass dies nur kurz gelingen kann. Nur dein Verstand, der Bewahrer der Form, kann die Quelle deiner Zweifel und Furcht sein. Erinnere dich: Es reicht, den Zweifel und die Furcht wahrzunehmen, ihnen ins Auge zu blicken und im Augenblick des Erkennens die Wandlung zuzulassen.
Deine momentane Situation kann dich darauf hinweisen, dass es nun wieder möglich ist, auf deinen Weg zurückzukehren. Sie gibt dir Einsicht in größere Zusammenhänge, als sie dein Denken erfassen könnte. Der Kreislauf des Werdens und Vergehens wird wieder zu deiner inneren Wahrheit. So musst du nicht mehr gegen den Zerfall ankämpfen. Dein Vertrauen, den Dingen ihren Lauf zu lassen und nicht einzugreifen, wird stärker. Dein Verstand beruhigt sich durch die Akzeptanz des Augenblickes.
Du bekommst wieder Zugang zu deinem Urgrund. Daraus gehen neue Formen ganz natürlich hervor.
Die Wandlungslinien
Auch wenn du bislang geglaubt hast, auf Kränkungen und Verletzungen reagieren zu müssen, kommst du nun zu dem Schluss, dass dann nur dein Ego agieren würde. Du lässt dich wieder auf deine eigentliche innere Haltung ein und weißt, dass du nur als Projektionsfläche für andere Egos dienst. Dein wahres Selbst kann niemals gekränkt werden.
Nicht-Handeln, Nicht-Reagieren, Nicht-Eingreifen verwechselst du jetzt nicht mehr mit Gleichgültigkeit. Du lässt deine Wut und andere Emotionen nicht künstlich auf kleiner Flamme köcheln, sondern tauchst kurz in sie ein und spürst sie mit jeder Körperzelle. Du staunst, wie schnell sie sich wandeln können, weil du sie einfach zugelassen hast, ohne sie mit einer Person oder einer Situation zu verbinden.
Du erkennst deine Schatten und bleibst dennoch gelassen in deinem Inneren verankert. Dein konditionierter Verstand verlässt den Chefsessel und macht ihn für dein höheres Selbst frei. Die Ordnung in dir stellt sich wieder her. So kann sie sich auch bald im Außen zeigen.
Der Wendepunkt ist gekommen. Du lässt den Wandel nun zu. Das geschieht viel leichter, als du dir das vorgestellt hast. Fühlst du sie schon, die Leichtigkeit?
Du hörst auf zu kämpfen. Streit und Druck durch Ego-genährtes Verhalten lösen sich auf. Der Verstand kreiert keinen Widerstand mehr.
Du bist wieder eingetaucht in deinen Lebensfluss. Schatten anderer finden keinen Resonanzkörper mehr in dir, oder lösen sich in deinem Licht auf.