27. Die Seele nähren

In deiner aktuellen Situation steht es an, dir folgende Fragen zu stellen – und sie in einem stillen Moment eventuell auch schriftlich zu beantworten: Was nährt mich? Was nehme ich zu mir? Mit welchen Informationen von außen setze ich mich auseinander? Was führe ich meinem Körper zu, welche Sinneseindrücke mute ich mir zu? Womit nähre ich andere? Welche Gedanken denke ich, welche Gefühle fühle ich? Welche Worte spreche ich? Sind es Gedanken, Gefühle, Worte, die nicht nur mich, sondern auch andere nähren und inspirieren? Bin ich satt? Kann ich andere nähren, da ich vorher bestens für mich gesorgt habe?

All diese Fragen hast du dir vereinzelt vielleicht schon gestellt, doch nun höre auf die Antworten, die aus deiner Stille kommen.

In deiner Stille hörst du deutlicher die Stimme deines wahren Selbst, das Anschluss hat an den Urquell, ja untrennbar mit ihm verbunden ist. Diese Antworten helfen dir, bald ein goldenes Mittelmaß für die Art deiner Aufnahme (Ernährung, Sinneswahrnehmungen) und die Form deines Ausdrucks (Gedanken, Gefühle, Worte, Taten) zu finden. Du bist dabei zu lernen, dich aus und von Eigenliebe gut zu nähren, ja die Liebe zu dir selbst erst neu zu entdecken und zu pflegen. Erst wenn du erfüllt bist vom Bad im Quell der immerwährenden Liebe, kannst du überfließen. Dann kannst du aus Nächstenliebe geben, ohne an Kraft zu verlieren.

Du lernst gerade, nicht von dir zu geben, sondern es durch dich fließen zu lassen. Dein Anliegen, deine Symptome weisen dich darauf hin, hier beharrlich dabei zu bleiben. Die Stille, die du immer wieder in dir findest – vielleicht durch ein tägliches Ritual –, kann dir dabei helfen. Die dir dabei zugleich gelingende Zügelung deines Verstandes lässt dich mehr und mehr auf dein Herz und dein inneres Selbst hören.

Die Wandlungslinien

  1. Wenn sich momentan Selbstmitleid, Unzufriedenheit oder Neid zeigen, nutze sie als Hinweise. Sie zeigen dir, dass du eventuell alte Gedanken denkst, alte Gefühle fühlst und Worte sprichst, die dein Ego hervorbringt. Sogenannte „schlechte“ Gefühle können dich immer darauf hinweisen, dass du die Verbindung zu deinem reinen Sein gerade nicht fühlst. Du kannst dich jetzt aber wieder an deine Freiheit und Unabhängigkeit und Eigenermächtigung erinnern. Dafür reicht es, still zu halten und deine Aufmerksamkeit auf diese Qualitäten zu lenken.

  2. Vielleicht hat sich in einem Lebensbereich eine gewisse Achtlosigkeit eingeschlichen. Du fühlst dich vom Leben getragen, und das ist wunderbar. Doch manchmal machen wir es uns so bequem, dass wir vergessen, was unser eigentliches Bestreben ist: geben und nähren und überfließen. So kann dir dank deines Anliegens die Bedeutung von „let it be“ wieder bewusster werden. Sich vom Lebensfluss tragen zu lassen, ist keineswegs passiv, sondern kann sehr aktiv sein.

  3. Es ist dir möglich, Situationen, in denen sich dein Ego von der Anerkennung von außen nährt, als alte Muster wahrzunehmen. In Beziehungen, in denen du dich emotional abhängig fühlst, bekommst du wieder die Möglichkeit, dich frei zu strampeln. Jetzt kannst du wieder erkennen, was dich wahrhaftig nährt. Das genügt, der Wandel beginnt.

  4. Dein Licht strahlt. Du fühlst dich satt und genährt und fließt über. Du weißt um deinen großen Beitrag zum kollektiven Wandel. Nun bekommst du noch gleichgesinnte Helfer, die mit dir ihr Licht für alle, fürs Ganze leuchten lassen.

  5. Bald wirst du allein durch deine Präsenz, deine Worte und Taten nähren. Im Moment darfst du dafür gelassen noch Hilfen in Anspruch nehmen. Es ist gut, sich in Zurückhaltung zu üben, Erfolge nicht für sich allein zu verbuchen und große Werke erst auf die kleinen folgen zu lassen.

  6. Du bist Leitbild für viele. Du bist dir dieser Verantwortung bewusst. Du nährst dich von der reinen Quelle und trübst das Quellwasser nicht mit unbrauchbar gewordenen Gedanken, Gefühlen und Worten. So wirst du in aller Demut auch zur Quelle. Es fließt durch dich. Große Vorhaben gelingen nun in Freude und Leichtigkeit.